Wie alles anfing Stand 01.2017

Ahnenforschung habe ich zum Zeitpunkt des ersten Kontaktes mit dem Namen von Hoyer-Boot bereits für meine eigene Ahnenlinie seit einigen Jahren betrieben. Allerdings bezog sich diese im Anfangsstadium eher auf eine reine Suche in den Gebieten Sachsen, Württemberg und Hessen. Erst später führte es mich in die ehemaligen deutschen Gebiete in Polen, sowie ins Baltikum und Russland.

Durch Heirat (danke Schatz !) kam nun der doch eher ungewöhnliche Name von Hoyer-Boot (alle in Deutschland im Telefonbuch geführten von Hoyer-Boots sind direkte und bekannte Verwandte) mit in meine Forschungsbemühungen, natürlich habe ich aus bereits „erlebter“ Forschungserfahrung die ersten Familiengeschichten immer ein wenig kritisch hinterfragt. Adel, ein Baronstitel, Russland, das waren in meinem Kopf die Zutaten für eine sicherlich spannende Geschichte, die Frage nach dem Wahrheitsgehalt stellte sich mir aber von Anfang an.

Ein kurzer Versuch, die Familiengeschichte durch Fakten „anzuprüfen“ endete mit einem tiefen Eintauchen in eine untergegangene Welt zwischen Baltischem Adel, polnischer / russischer / ukrainischer und weißrussischer Geschichte sowie den Folgen der russischen Revolution. Spannende Themen, aber leider konnte ich im ersten Anlauf wenig konkretes finden, weder pro-Familiengeschichte noch contra.

Nur eines blieb als Ergebnis festzuhalten: Von Hoyer gab es auch in russischen Quellen viele, auch in Positionen (Militär, Verwaltung etc.), die gut zur Familiengeschichte passten, aber nicht einen einzigen Treffer auf von Hoyer-Boot !

Sollte es doch nur eine „gute Geschichte“ in Anlehnung an eine andere Familie sein ?

Ich sortierte mir noch einmal die Fakten, die ich vorliegen hatte:

  • Baronstitel aus russischem Adel
  • weitere Namen, die im Stammbaum auftauchen: Conde-Markwot-von Rengarten, von Exe, Beyl
  • im Zuge der russischen Revolution aus Russland (Bereich Mogilev, Bezirk Senno) nach Bulgarien (Sofia) geflohen (ca. 1920)
  • Großvater meiner Frau ging nach Berlin zum Studium (1938/1939)
  • Großvater hatte zwei Brüder (Oleg und Nikolai)
  • es gibt ein Familienwappen der männlichen Linie (oben auf der Homepage zusehen) und ein Wappen der weiblichen Linie
  • es soll eine Verbindung nach Frankreich geben
  • die Urgroßeltern sollen in die Schweiz gezogen sein und dort in einem Hotel gelebt haben. Verstorben sind sie in der Schweiz.
  • die Familie soll viele Militärangehörige / Beamte in russischen Diensten gestellt haben.

Die Voraussetzungen waren allerdings auch nicht ganz einfach. Der Großvater war bereits vor längerer Zeit verstorben, die Großmutter kannte viele Details nur aus seinen Erzählungen, Unterlagen waren in den Wirren von zwei Kriegen und der russischen Revolution verloren gegangen und „harte Fakten“ waren keine zu finden.

Zu meinem Vorteil hatte ich in meiner Schulzeit zumindest drei Jahre lang Russisch gelernt (für einen gebürtigen Hamburger recht ungewöhnlich) und konnte mich noch an einiges erinnern. Alleine die Suche im Internet auf russisch war aber trotzdem eine riesige Herausforderung.

Erste Treffer belohnten mich allerdings…

Große Freude löste dann ein Besuch der Großmutter meiner Frau aus, die dann doch noch einige Unterlagen aus der Auswanderung der Familie aus Russland gefunden hatte, darunter auch einen „halben“ Stammbaum ausgestellt durch die russische Exilkirche in Bulgarien.
Stammbaum_Bulgarien_1937
Stammbaum_II

Leider blieb die Suche nach den dort genannten Namen alleine aufgrund der Transliteration in die russische Sprache immer noch schwierig (Merke: Die Russen kennen kein deutsches „H“, das wird dann zum russischen „G“, muss es aber nicht………..).

Wirkliche Geburtsdaten (TT/MM/JJJJ) gab der vorliegende Stammbaum nicht her, hier fanden sich nur Jahresangaben. Heute denke ich, dass die Daten hier nur errechnet wurden aus dem vielleicht bekannten Sterbedaten minus Lebensalter. Diese Erkenntnis heißt für mich aber auch, dass alle genannten Daten eine breite Streuung des wirklichen Geburtsdatum zulassen (plus/minus 1 Jahr mindestens).

Auch die Angabe aller Personen als in St. Petersburg gebürtig wären, erwies sich als irreführend, aus heutiger Sicht kann ich bestätigen, dass viele Geburten in den evangelisch-lutherischen Kirchenbüchern von St. Petersburg verzeichnet wurden, der Lebensmittelpunkt = Geburtsort sich aber an anderen Orten im damaligen Russischen Reich befand.

Wirklich spannend wurde die Suche, als ich durch einen Zufall etwas gelangweilt googlte und feststellen durfte, dass es zumindest einen amerikanischen Ableger der von Hoyer-Booths gibt.

Kontakt zu jemandem aus diesem Zweig war dank Internet schnell hergestellt und Interesse am Austausch auf beiden Seiten vorhanden, leider riss der Kontakt kurz vor dem Abgleich der Daten ab. Sicher ist zumindest, dass es sich um die Nachkommen eines Bruders (Oleg) handelte, der in die USA auswanderte.
Auswanderung Oleg von Hoyer-Booth und Familie

An dieser Stelle legte ich meine Nachforschungen für lange Zeit „auf Eis“, da wichtigere Themen anstanden (Geburten der Kinder, Umzüge, Arbeitsplatzwechsel). So ergab sich schnell eine Pause von ca. 5 Jahren.

Dieses Jahr habe ich an meinem Geburtstag entschieden, dass ich dem Thema noch einmal eine neue Chance geben möchte, aber dieses Mal mit einem definierten Zeitfenster bis zum Jahresende 2018.

Falls ich also bis dahin keine neuen, guten und belastbaren Informationen finden kann, dann geht das ganze Material in einen Umzugskarton in den Keller.

Gerade deshalb freue ich mich über jede Information und Unterstützung.

Alexander Alt

 

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